[Rezi] Der eiserne Sommer

von Angelika Felenda
Suhrkamp Nova
Komissär Reitmeyer #1
435 S. 
ISBN: 978-3-518-46542-4 
14.95€
 
Inhalt:
 
Juni 1914: Zwei Schüsse fallen in Sarajewo, und die Welt rückt an den Abgrund. Franz Ferdinand, der Thronfolger Österreich-Ungarns, ist tot. Zur gleichen Zeit steht Kommissär Reitmeyer in München vor einer schwierigen Entscheidung. Er hat es satt, die Marionette des Polizeipräsidenten zu sein. Die Leiche eines jungen Mannes führt ihn von den Arbeitervierteln bis in die Villen der Großbürger. Und in das berüchtigte Café Neptun, Vergnügungsort der Offiziere. Der Polizeipräsident drängt ihn, nicht noch tiefer zu schürfen, und gegen das Militär darf er per Gesetz nicht ermitteln. Da macht Reitmeyer eine ungeheuerliche Entdeckung, die nicht nur ihn selbst zum Abschuss freigibt, sondern die das ganze Land in den Untergang stürzen könnte
 
Meinung:
 
100 Jahre nach dem ersten Weltkrieg schießen Titel die im Schicksalsjahr 1914 spielen wie Pilze aus dem Boden 
 
Auch der eiserne Sommer von Angelika Felenda beginnt wenige Tage bevor der Thronfolger von Österreich-Ungarn in Sarajevo erschossen wird. 
 
Worum geht es?
 
Komissär Sebastian Reitmeyer wollte eigentlich Anwalt werden, doch das Schicksal hatte andere Pläne und er ist bei der Müncher Mordkommision gelandet. Als am Isarufer eine Leiche gefunden wird und er seine alte Jugendliebe plötzlich als Ärztin im Leichenschauhaus wiedersieht ist das erst der Beginn einer weitreichenden Affäre. 
 
Die Autorin spinnt einen spannenden Plot der einen Bogen vom Millitär, zum Grobürgertum bis hin zu den homosexuellen Kreisen schlägt. 
Insgesamt ein clever ausgeklügelter Plot, bei dem man zwar immer viel Informationsvorsprung gegenüber dem Kommisär hat, aber sich trotzdem nicht langweilt. 

Die Charaktere

Ein riesen Pluspunkt sind die Charaktere. Wunderbar ausgearbeitete und vielschichtig mit Ecken und Kannten und mit viel münchner Charme. Die Helden und Schurken dieser Geschichte lassen eigentlich keine Wünsche offen. Die einzige mit der ich nicht warm wude, war Charlotte. Das Loveintrest von Reitmeyer konnte bei mir wirklich so gar nicht punkten, dafür war sie mir eine Spur zu eigenbildet.

Ich hätte mir nur, wegen der vielzahl an Personen, ein Dramatis Personae gewünscht, weil ich manchmal etwas durcheinander gekommen bin, aber das ist nur ein kleiner Minuspunkt. 

Atmosphäre und Schreibstil 

Zu beidem kann ich nur sagen: wow wow wow

Ich liebe den Schreibstil der Autorin. Er ist so echt, so voll und lebendig, dass ich sofort nach wenigen Sätzen ins München des Jahres 1914 eintauchen kann. Der eiserne Sommer ist eins der wenigen Bücher, bei denen ich wirklich wenig, bis gar nichts zu bemängeln habe und bei dem ich auf den Schreib- und Erzählstil der Autorin extrem neidisch bin. 

Fast die komplette Handlung wird von männlichem Personal bestritten, wieder ein großer Pluspunkt für mich. 
 
Der einzige kleine Minuspunkt war der Schluss, der leider etwas zu schnell und fast problemlos über die Bühne ging. 

Fazit:

Der eiserne Sommer ist ein überaus gelungener, atmosphärischer Kriminalroman, der so gut wie keine Wünsch offen lässt. 

5/5 Sternen 
klare Empfehlung

 
 
 

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